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IndexWatch 2013: Verlierer

Nachdem wir Euch letzte Woche die Gewinner 2013 im SISTRIX Sichtbarkeitsindex analysiert haben, werfen wir diese Woche nach der gleichen Systematik einen Blick auf die Verlierer. Auch für die Absteiger haben wir für mehr Daten ein Google Doc erstellt, in dem Ihr eine Aufstellung nach prozentualen Verlusten sowie ein Liste nach absoluten Verlusten findet.

Verlierer 2013

# Domain Veränderung Daten
1 last.fm -80%
2 dslweb.de -80%
3 hausgarten.net -79%
4 hotfrog.de -78%
5 daskochrezept.de -78%
6 dsl-magazin.de -78%
7 internisten-im-netz.de -75%
8 11880.com -74%
9 testsieger.de -72%
10 magistrix.de -72%
11 kimeta.de -71%
12 pornos-kostenlos.tv -71%
13 cecu.de -70%
14 yatego.com -70%
15 wallpaper.to -70%
16 peek-cloppenburg.de -70%
17 songtexte.com -69%
18 directindustry.de -69%
19 news.de -68%
20 teilehaber.de -67%
21 myspace.com -66%
22 billig-flieger-vergleich.de -66%
23 cylex.de -65%
24 preis.de -65%
25 cosmoty.de -65%
26 limango-outlet.de -65%
27 geizhals.at -65%
28 vebidoo.de -65%
29 geburtstags-feste.de -65%
30 netmoms.de -64%
31 immobilo.de -64%
32 gesundheitsfrage.net -64%
33 preissuchmaschine.de -64%
34 verwandt.de -64%
35 staedte-info.net -64%
36 heimwerker.de -64%
37 billiger.de -63%
38 nachrichten.de -63%
39 guenstiger.de -63%
40 sportnahrung-engel.de -63%
41 fincaferien.de -63%
42 medizinfo.de -63%
43 staufenbiel.de -62%
44 citysam.de -61%
45 fotosearch.de -61%
46 hinundweg.de -61%
47 saferpage.de -60%
48 anleiter.de -60%
49 wer-weiss-was.de -60%
50 prinz.de -60%
mehr … (Top 100)

Auch 2013 pflügte der Google-Zoo wie eine Büffelherde die SERPs um, so dass die Liste der Verlierer durch Panda– und Penguin-Opfer dominiert wird, deren Verluste sich oftmals in 2013 fortsetzten.

Panda-Updates

Exemplarisch für Verluste durch weitere Iterationen des Panda-Updates sei hier hotfrog.de (Grafik) genannt. Das Ziel von Google ist es dabei, Treffer mit minderwertigen Content aus den Suchergebnissen herauszufiltern. Anhand der Ereignis-Pins in der Toolbox sieht man eindeutig wie stark die Domain auf die verschiedenen Panda-Updates reagiert hat und im Zeitablauf die Sichtbarkeit der Domain schrittweise dahinschmilzt.

Von der in den letzten Jahren ohnehin stark geschrumpften Sichtbarkeit verlor hotfrog.de (Platz 4) im Jahr 2013 weitere 78 Prozent. Gegenüber dem Höchstwert von 266 Punkten im Jahr 2009 hat die Domain inzwischen 99 Prozent der Sichtbarkeit bei Google verloren. Dieses Schicksal teilt sie mit vielen anderen Panda-Opfern wie z.B. heimwerker.de (Grafik), auch wenn die Verluste nicht immer ganz so dramatisch sind.

An dieser Stelle sei noch einmal auf den von Google veröffentlichten Fragenkatalog hingewiesen, auf Grundlage dessen der Algorithmus für das Panda-Update entwickelt wurde.

Penguin-Updates

Typisches Beispiele für Verluste durch ein Penguin-Update finden wir mit dslweb.de (Grafik) auf Platz 2 und testsieger.de (Grafik) auf Platz 9 unserer Liste. Beide Domains wurden von dem Update getroffen, das Google offiziell Penguin 2.0 nennt. Zählt man die einzelnen Penguin Updates durch, handelt es sich um die #4. Mit den Penguin-Updates geht Google insbesondere gegen Spam in Form von unnatürlichem Linkaufbau vor.

Wir haben 2013 ein kurzes Video veröffentlicht, woran man erkennen kann, ob eine Domain vom Penguin-Update betroffen ist. Ein typisches Beispiel für Link-Spam mit zu vielen unnatürlichen Money-Keyword-Links zeigt ein Blick auf die am häufigsten verwendeten Linktexte von billig-flieger-vergleich.de (Grafik) auf Platz 22 unserer Liste.

In der Liste der Absteiger findet man auch Domains, die möglicherweise sowohl vom Panda als auch vom Penguin betroffen sind, wie z.B. hausgarten.net (Grafik) auf Platz 3. Während die Verluste durch das Panda-Update sehr deutlich sind, sind die Penguin-Verluste nicht ganz so eindeutig. Aber auch hier zeigt ein Blick auf die Linktexte eine beachtenswert hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang.

Manuelle Penalties

Neben den algorithmischen Panda- und Penguin-Filtern waren sicherlich bei einigen Domains auch manuelle Penalties für die Verluste verantwortlich. Diese lassen sich von außen nicht so leicht mit hoher Sicherheit erkennen. Inzwischen werden die Websitebetreiber darüber über die Google Webmaster Tools informiert, wenn sie ihre Domain dort angemeldet haben. Von außen hilft oftmals ein Blick auf die Rankingverteilung. Eine solche Verteilung wie in diesem Screenshot ohne Rankings auf den ersten drei Suchergebnisseiten ist ein Musterbeispiel für eine manuelle Penalty wegen unnatürlichem Linkaufbau.

2013 – das Jahr in dem cylex.de von gelbeseiten.de überholt wurde

Ist man ehrlich, muss man eingestehen, dass Google mit seinen Filtern und Penalties tatsächlich eine Menge Spam aus den Suchergebnissen entfernen konnte. Eine der ältesten und – auf die Sichtbarkeit bezogen – erfolgreichsten Spamseiten ist für mich seit Jahren cylex.de (Grafik). Ich ziehe meinen Hut davor, wie es die Domain seit Jahren geschafft hat mehr Sichtbarkeit aufzubauen als die meisten andern Online-Branchenbücher, obwohl es sich nicht um eine etablierte Marke handelt und man auf der Website dreimal hinschauen musste, um den Content von Anzeigen unterscheiden zu können. Cylex zeigte seine Qualitäten als Überlebenskünstler und irgendwie gelang es in der Vergangenheit trotz zwischenzeitlicher Einbrüche immer wieder sich den geänderten Rahmenbedingungen von Google erneut anzupassen.

2013 brachte Google aber selbst cylex.de ins Wanken. Nach Prozenten belegt Cylex mit -65 Prozent zwar nur Platz 23 auf unserer Verlierer-Liste, in der Konsequenz bedeutet das aber ein Verlust von 150 Punkten und Platz 1 in der Auswertung nach absoluten Punkten. Zusammen mit der Googles stetig wachsender Liebe für Marken führte das dazu, dass 2013 erstmals cylex.de von gelbeseiten.de überholt wurde (Grafik). Für mich ist das ein historischer Moment und das Sinnbild für die Veränderungen in der SEO-Branche.

Schleichender Tod und schlechte Nutzersignale

Bei nicht wenigen Domains kann man eine stetig fallende Sichtbarkeit beobachten. Zum Teil in Kombination mit einem stärkeren Einbruch bei einem Google Update, zum Teil aber auch fließend. Als Beispiel kann man hier das bekannte Startup netmoms.de (Grafik) auf Platz 30 nennen, das 2013 64 Prozent Sichtbarkeit eingebüßt hat. Eine Analyse der Verzeichnisebene der Domain (Grafik) zeigt, dass das Verzeichnis /fragen/ am stärksten verloren hat und auf Verzeichnisebene dann auch ein Zusammenhang zum Panda-Update vermutet werden kann. In dem Verzeichnis befindet sich ein typische Frage-Antwort-Portal, mit sich überschneidenden Themen und Keywords. Man kann unterstellen, dass solche Treffer bei vielen Suchanfragen nicht die beste Antwort sind und Google dieses anhand der Nutzersignale inzwischen immer besser erkennen kann. Ähnliches trifft auf viele Foren zu.

Die Früchte am Google-Baum hängen nicht mehr so tief wie früher

Insgesamt muss man sagen, dass große Mengen und für Suchmaschinen aufbereitete Inhalte mit begrenztem Mehrwert, wie User-generated content (UGC), aus Datenbanken automatisch genierte Inhalte und Content-Farmen, in der Prä-Panda-Zeit, also der Zeit vor den Panda-Updates, sicherlich von Google stark überbewertet waren. Es wäre falsch auf ein Revival dieser Zeiten zu hoffen. Diese Methoden funktionieren nur noch im wenig umkämpften Longtail. Vielmehr gilt es Inhalte anzubieten, die auch unter Berücksichtigung der Nutzersignale wettbewerbsfähig und gut strukturiert sind. Vielen Verlierern wird es allerdings schwerfallen, sich das selbst offen und ehrlich einzugestehen, um dann einen neuen Weg einzuschlagen. Aber es hilft nichts, die Früchte am Google-Baum hängen nicht mehr so tief wie früher. Wer in umkämpften Bereichen von Google nicht zu der Gruppe der vertrauenswürdigen Qualitätsführer eines Segments zugeordnet wird, hat schlechte Karten. Das gleiche gilt für den Linkaufbau.

Länderzuordnung

Auf Platz 1 der Verlierer-Liste findet man nach prozentualen Verlusten last.fm (Grafik). Diese Verluste sind sicherlich vom Betreiber gewollt, da deutschsprachige Nutzer auf lastfm.de (Grafik) weitergeleitet werden. Insofern hätte man die Domain auch aus der Liste streichen können. Da das Thema Geotargeting jedoch wichtig ist, halte ich auch das Beispiel für wichtig. Bei last.fm werden Land und Sprache über das hreflang -Attribut ausgesteuert, was 2013 offenbar mit wachsendem Erfolg gelungen ist.

Den umgekehrten (aber ebenso gewollten) Fall, die verschiedenen Länderinhalte auf einer Domain zu konzentrieren, finden wir beispielsweise bei samsung.de (Grafik) auf Platz 52. Die Hauptdomain leitet auf samsung.com weiter, allerdings sind Subdomains der DE-Domain noch aktiv (Grafik).

Individuelle Fehler und Maßnahmen

Neben den allgemeinen Trend gibt es in der Verlierer Liste natürlich auch einige individuelle Fälle. So wurden bei 11880.com (Grafik) auf Platz 8 der Liste beispielsweise die Inhalte des erfolgreichsten Verzeichnisses /personen/ (Grafik) im November 2013 offenbar auf NoIndex gesetzt. Über die Gründe kann man nur mutmaßen.

Die Domain peek-cloppenburg.de (Grafik) hätte eigentlich wie viele andere Marken-Websites auf der Gewinner-Liste stehen können. Ein jähes Ende fand der 2012 sehr schön beginnende Aufwärtstrend jedoch im Frühjahr 2013 nach einem Relaunch, so dass die Domain sich jetzt auf der Verlierer-Liste befindet (Platz 16). Beim erstmaligen Besuch von peek-cloppenburg.de erhalten Nutzer ein Overlay, das einen zu einem Besuch des neu geschaffenen, aber bei Google nicht etablierten, Shops auf fashionid.de „zwingt“. Es ist praktisch unmöglich über die Startseite einen Inhalt von peek-cloppenburg.de zu erreichen. In Summe bedeutet das ein dickes Minusgeschäft (Grafik) in der Sichtbarkeit. Das hätte man unter Zuhilfenahme eines SEO-Experten deutlich eleganter und erfolgreicher lösen können.

Domains am Scheideweg

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Liste der Verlierer nach absoluten Punkten, finden wir ein paar große Domains, die prozentual nicht ganz so stark verloren haben, in absoluten Punkten aber eine beunruhigende Entwicklung vorweisen. Spannend sind für mich dabei insbesondere die Domains, deren Sichtbarkeit sich zum Jahresende an die Grenze der langfristigen Trendlinie entwickelt hat wie z.B. ab-in-den-urlaub.de (Grafik) auf Platz 2, helpster.de (Grafik) auf Platz 7 und meinestadt.de (Grafik) auf Platz 12. Hier wird es in den nächsten Wochen und Monaten spannend zu beobachten sein, ob die langfristige Trendlinie wie in den vergangenen Jahren als Unterstützung hält, so das die Sichtbarkeitsentwicklung daran abprallt und wieder steigt. Werden die langfristigen Trends jedoch durch ein Fortschreiten der jüngsten Abwartsbewegungen durchbrochen, drohen 2014 stärkere Verluste.

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